Ende der verpflichtenden Stallhaltung

Ende der verpflichtenden Stallhaltung (Stand 16.03.2022)

Am 16.03.2022 wurde per Verordnung des Gesundheitsministeriums die Stallpflicht für geflügelhaltende Betriebe mit mehr als 350 Tieren aufgehoben. Allerdings gelten in den Risikogebieten weiterhin verschärfte Biosicherheitsmaßnahmen. So besteht weiterhin für alle Betriebe unter anderem die Verpflichtung, Enten und Gänse von anderem Geflügel zu trennen, das Geflügel vor dem Kontakt mit Wildvögeln zu schützen und die Fütterung und Tränkung der Tiere nur im Stall oder einem Unterstand vorzunehmen, der das Zufliegen von Wildvögeln möglichst verhindert. Details zu den derzeit gültigen Regelungen finden sie unter dem Reiter „FACHBEREICH TIERSEUCHEN".

Weitere Fälle bei Wildvögeln (Stand 10.02.2022)

HPAI-Risikogebiet
HPAI-Risikogebiet© AGES

Der aktuelle Geflügelpest-Seuchenzug ist weiterhin im Gange. Bisher wurde das Virus in der Steiermark bei sieben verendet aufgefundenen Höckerschwänen festgestellt. Betroffen war die Gemeinde Großwilfersdorf im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, aber auch die Gemeinden Gralla und Tillmitsch im Bezirk Leibnitz, sowie die Gemeinde Kalsdorf im Bezirk Graz-Umgebung. Glücklicherweise ereignete sich kein weiterer Ausbruch beim Hausgeflügel. Allerdings wurde das Geflügelpest-Risikogebiet aufgrund von Ausbrüchen in anderen Bundesländern weiter ausgedehnt. Geflügelhalter sind angehalten, ein Einschleppen der Seuche in ihre Betriebe durch verstärkte Biosicherheitsmaßnahmen möglichst zu verhindern. Eventuelle Verdachstfälle sind dem Amtstierarzt zu melden.

 Geflügelpest-Verordnung

Nachweis von Geflügelpest in einem Hobbybetrieb im Bezirk Leibnitz (30. 12. 2021)

Nach dem am Vortag festgestellten Fall von Geflügelpest bei einem verendeten Schwan im Bezirk Hartberg hat die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) am 30.12.2021 auch bei 5 verendeten Hühnern eines Hobby-Betriebs im Bezirk Leibnitz eine Infektion mit dem Geflügelpest-Virus nachgewiesen.
Daher hat die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde den betroffenen Bestand amtlich gesperrt und die schmerzlose Tötung der übrigen 10 Hühner veranlasst. Da es sich um einen Kleinstbestand handelt, der sich im bereits verordneten Risikogebiet befindet, waren keine weiteren Maßnahmen zu treffen.
Die Ursache der Infektion des Bestandes ist noch ungeklärt. Der Tierhalter dürfte die im Risikogebiet geltenden Biosicherheitsmaßnahmen eingehalten haben. Eine Einschleppung über indirekten Kontakt zu Ausscheidungen eines infizierten Wildvogels wird aber vermutet.

Der Fall bestätigt das im Zusammenhang mit dem Wintervogelzug aktuell hohe Infektionsrisiko in Europa und die Notwendigkeit besonderer Vorsicht. Unter anderem sollten alle Stallungen und Gehege, in denen Geflügel gehalten wird, nur nach gründlicher Reinigung und Desinfektion des Schuhwerks bzw. mit ausschließlich dort verwendeter Schutzkleidung und Überschuhen betreten werden.

Meldeverpflichtung

Erinnert wird auch an die Verpflichtung, verendet aufgefundene Wasservögel und Greifvögel der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Amtstierärztin/Amtstierarzt) zu melden. Die Tiere sollen am Fundort belassen werden, die Bergung und weitere Untersuchung wird von der Behörde veranlasst.

Erweiterung des Risikogebietes nach positivem Befund bei einem verendeten Schwan (Stand: 30.12.2021)

HPAI-Risikogebiet
HPAI-Risikogebiet© AGES

Bereits Ende November 2021 wurden zahlreiche Regionen in Österreich, u.a. auch in der Steiermark als Geflügelpest-Risikogebiet ausgewiesen. In der Folge wurde das Vogelgrippe-Virus bei mehreren verendeten Wildvögeln, insbesondere Schwänen, in Niederösterreich und Wien festgestellt. Am 29. Dezember 2021 ergab die Untersuchung eines in der Gemeinde Großwilfersdorf, Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, verendet aufgefundenen Schwans ebenfalls den Nachweis dieser Erkrankung. Da sich der Fundort außerhalb des bisher ausgewiesenen Risikogebietes befindet, musste die diesbezügliche Verordnung des Gesundheitsministeriums angepasst werden. Neu aufgenommen wurden der gesamte Bezirk Hartberg Fürstenfeld sowie die Gemeinden Puch bei Weiz, Sinabelkirchen, Gersdorf an der Feistritz, Ilztal und Pischelsdorf am Kulm des Bezirkes Weiz. Damit gelten auch dort für alle Geflügelbestände die Maßnahmen der Geflügelpestverordnung zur Verhinderung einer Übertragung des Virus auf Hausgeflügel. Dazu zählen unter anderem die Stallhaltungspflicht für Bestände mit mehr als 350 Stück Geflügel sowie die Verpflichtung, Enten und Gänsen in gemischten Betrieben von übrigen Geflügel getrennt zu halten. Auch Klein- und Hobbybetriebe im Risikogebiet müssen Vorsichtmaßnahmen treffen und die Tiere durch Netze, Dächer oder Planen vor einem Kontakt mit Wildvögeln schützen. Zumindest sind sie im Stall bzw. unter einem geschützten Unterstand zu füttern und zu tränken.

 Steirische Gemeinden im HPAI-Risikogebiet

Ausweisung von Risikogebieten (Stand: 26.11.2021)

HPAI-Risikogebiet
HPAI-Risikogebiet© AGES

Europaweit sind zuletzt gehäuft Vogelgrippe-Infektionen bei Wildvögeln und Hausgeflügel nachgewiesen worden. Am 25. November 2021 wurde in einer kleinen Hühnerhaltung in Fischamend (Niederösterreich) ein Fall von Vogelgrippe (Geflügelpest) festgestellt.

Risikogebiete auch in der Steiermark

Aufgrund des aktuellen Seuchenfalles hat das Gesundheitsministerium mit Wirkung vom 25.11.2021 für die meisten Bundesländer Gebiete ausgewiesen, in denen aufgrund eines erhöhten Vogelgrippe-Risikos Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen.

Maßnahmen im Risikogebiet

Gemäß der Geflügelpest-Verordnung gelten für alle geflügelhaltenden Betriebe im Risikogebiet folgende Vorschriften:

  • Das zur Versorgung der Tiere verwendete Wasser darf nicht aus Teichen oder aus Sammelbecken für Oberflächenwasser stammen.
  • Transportmittel, Ladeplätze und Gerätschaften, die bei Geflügel verwendet werden, müssen besonders sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden.
  • Ein Abfall der Futter- und Wasseraufnahme (um mehr als 20%) oder der Legeleistung (um mehr als 5% für mehr als 2 Tage) oder vermehrte Todesfälle (mehr als 3% in einer Woche) sind sofort dem Veterinärreferat der zuständigen BH zu melden.

Für geflügelhaltende Betriebe mit mehr als 350 Tieren gelten zusätzlich folgende Vorschriften

  • Geflügel und andere gehaltene Vögel müssen dauerhaft in Stallungen oder in Haltungsvorrichtungen untergebracht werden, die zumindest oben abgedeckt sind, dass bei der Fütterung und Tränkung ein Kontakt zu Wildvögeln und deren Kot verhindert wird.  

Für geflügelhaltende Betriebe mit weniger als 350 Tieren gelten zusätzlich folgende Vorschriften

  • Die Tiere müssen durch Netze, Dächer oder Planen vor einem Kontakt mit Wildvögeln geschützt oder im Stall bzw. unter einem Unterstand gefüttert und getränkt werden. Dabei muss der Unterstand so ausgeführt sein, dass Wildvögel nicht in Kontakt mit dem Futter und Wasser kommen können.
  • Ausläufe gegen Teiche und andere Oberflächengewässer müssen ausbruchssicher abgezäunt sein.

Schutzmaßnahmen

Alle Geflügelhalter, insbesondere jene in der Nähe von Freigewässern, werden auf die aktuell erhöhte Gefahrenlage hingewiesen, Es wird dringend ersucht, wichtige Biosicherheitsmaßnahmen (z.B. Stiefel- und Kleidungswechsel beim Betreten des Stalles, getrennte Aufstallung von Wassergeflügel und sonstigem Geflügel) einzuhalten.

Meldepflicht für verendete Wasser- und Raubvögel

Erinnert wird an die österreichweite Meldepflicht von verendet aufgefundenen Wasservögeln und Raubvögeln. Solche Tiere sollen am Fundort belassen und der zuständige Amtstierarzt/die zuständige Amtstierärztin verständigt werden.

Weitere Informationen

 FAQs zur Geflügelpest

 Homepage AGES

 Homepage KVG


Die Vogelgrippe (Geflügelpest oder Aviäre Influenza) ist eine Erkrankung von Vögeln durch Influenzaviren, die in unterschiedlichen Ausformungen und Typen auftreten können. Sie kann alle Geflügelarten befallen, am schwersten erkranken Hühner und Puten. Stark krankheitserregende Virustypen (HPAI - Highly Pathogenic Avian Influenza) führen zu deutlichen Krankheitszeichen (Mattigkeit, verringerte Futter- und Wasseraufnahme, Atemnot, Schwellungen und Blutungen an Kamm und Kehllappen) und verursachen innerhalb weniger Tage hohe Verluste im Bestand. Daher wird die Erkrankung bei Hausgeflügel auch als Geflügelpest bezeichnet.

Influenzaviren zirkulieren in den Wildvogelpopulationen. Durch den derzeitigen Herbstzug der Zugvögel kommt es europaweit zur Verbreitung des Virus. Bei der Weiterverbreitung spielen auch heimische Wildvögel, besonders Enten, Gänse und Schwäne, eine Rolle.

Das Virus wird mit Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit ausgeschieden und verbreitet. Bei starker Staubentwicklung ist auch die indirekte Ansteckung über die Luft möglich.

Keine Übertragbarkeit auf Menschen

Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) besteht keine Gefahr für den Menschen und es erfolgt keine Übertragung durch Lebensmittel.

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