Aktuelles zur Vogelgrippe (Geflügelpest)

Erweiterung des Hochrisikogebietes (Stand 27.1.2023)

Geflügelpest-Risikogebiete
Geflügelpest-Risikogebiete© AGES

Aufgrund der aktuellen Geflügelpest-Seuchensituation hat das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz mit der am 26. Jänner 2023 veröffentlichten und am 27. Jänner 2023 in Kraft getretenen 2. Novelle der Geflügelpest-Verordnung 2007, BGBl. II Nr. 22/2023, das bisher ausgewiesene Gebiet mit stark erhöhtem Geflügelpestrisiko deutlich ausgedehnt.

Im Bereich des Bundeslandes Steiermark wurde das bisherige Hochrisikogebiet, in dem eine Stallhaltungspflicht für alle Betriebe mit mehr als 50 Stück Geflügel gilt, um folgende Gemeinden bzw. Katastralgemeinden erweitert:

Im Bezirk Liezen um die Gemeinden:

  • Altaussee
  • Bad Aussee
  • Grundlsee
  • Bad Mitterndorf
  • Mitterberg-Sankt Martin (nur die Katastralgemeinde St. Martin)

Im Bezirk Südoststeiermark um die Gemeinde:

  • Unterlamm

Geflügelpestausbruch im Bezirk Leibnitz (Stand 26.1.2023)

Schutz- und Überwachungszone
Schutz- und Überwachungszone© VIS

Am 23. Jänner 2023 meldete der Betreuungstierarzt eines im Bezirk Leibnitz gelegenen Junghennenbetriebes mit ca. 2.600 Tieren der zuständigen Bezirkshauptmannschaft, dass in diesem Bestand vermehrt Todesfälle aufgetreten sind.
Um den Verdacht des Vorliegens der Geflügelpest auszuschließen, veranlasste der Amtstierarzt umgehend eine Untersuchung verendeter Hühner an der AGES Mödling. Am 25. Jänner 2003 bestätigte die AGES bei den untersuchten Tieren das Vorliegen einer Infektion mit aviärem Influenzavirus vom Typ A H5N1.

Aufgrund des Nachweises der Geflügelpest wurde die schmerzlose Tötung und unschädliche Beseitigung der Herde durchgeführt sowie eine Schutzzone im Umkreis von 3 km und eine Überwachungszone im Umkreis von 10 km um den betroffenen Bestand festgelegt. Die Bezirkshauptmannschaften Leibnitz und Südoststeiermark haben diese Zonen sowie die dort geltenden Maßnahmen und Verkehrsbeschränkungen per Sperrverfügung kundgemacht. In der Schutzzone befinden sich insgesamt 94 Betriebe mit ca. 25.000 Stück Geflügel und in der Überwachungszone 581 Betriebe mit ca. 60.000 Stück Geflügel.
Sämtliche Betriebe der Schutzzone und 10 % der Betriebe in der Überwachungszone müssen in den nächsten Wochen amtstierärztlich kontrolliert werden. Bis zur Aufhebung der Zonen müssen alle dort befindlichen Geflügelhalter ihre Tiere im Stall halten und dürfen kein Geflügel von außerhalb der Zonen einstallen. Weiters sind strenge Biosicherheitsmaßnahmen zu beachten (u.a. Desinfektionsmaßnahmen an den Stallzugängen bzw. Kleidungs- und Schuhwechsel vor dem Betreten des Stalles), verdächtige Krankheitserscheinungen (Vermehrte Todesfälle, starker Legeleistungsverlust) müssen umgehend dem Veterinärreferat der örtlich zuständigen BH gemeldet werden.

Die Geflügelpest ist eine Tierseuche, eine Gefährdung durch den Genuss von Eiern oder Geflügelfleisch besteht nicht.

Betroffene Gemeinden bzw. Gemeindeteile

Folgende Gemeinden bzw. Gemeindeteile befinden in den ausgewiesenen Schutz- und Überwachungszonen:

Gemeinden in der Schutzzone:


Pol. Bezirk Leibnitz:

  • Schwarzautal mit den Katastralgemeinden
    • Hainsdorf
    • Matzelsdorf
  • Sankt Veit in der Südsteiermark mit den Katastralgemeinden
    • Hütt
    • Labuttendorf
    • St. Nikolai ob Draßling

Pol. Bezirk Südoststeiermark:

  • Mettersdorf am Saßbach mit den Katastralgemeinden
    • Landorf
    • Mettersdorf
    • Rannersdorf
    • Rohrbach

Gemeinden in der Überwachungszone:

Pol. Bezirk Leibnitz:

  • Gabersdorf
  • Gralla
  • Ragnitz
  • Wagna mit den Katastralgemeinden
    • Hasendorf
    • Leitring
    • Wagna
  • Leibnitz mit den Katastralgemeinden
    • Altenmarkt
    • Kaindorf an der Sulm
    • Leibnitz
  • Sankt Georgen an der Stiefing mit der Katastralgemeinde
    • Lappach
  • Schwarzautal mit den Katastralgemeinden
    • Maggau
    • Schwarzau
    • Unterlabill
    • Breitenfeld
    • Wolfsberg
    • Marchtring
  • Sankt Veit in der Südsteiermark mit den Katastralgemeinden
    • Lind
    • Lipsch
    • Neutersdorf
    • St. Veit am Vogau
    • Perbersdorf bei St. Veit
    • Pichla
    • Seibersdorf bei St. Veit
    • Siebing
    • Weinburg
  • Straß in Steiermark mit den Katastralgemeinden
    • Gersdorf
    • Obervogau
    • Straß
    • Untervogau

Pol. Bezirk Südoststeiermark:

  • Jagerberg
  • Mettersdorf am Saßbach mit der Katastralgemeinde
    • Zehensdorf
  • Mureck mit den Katastralgemeinden
    • Hainsdorf
    • Oberrakitsch
  • Sankt Peter am Ottersbach mit den Katastralgemeinden
    • Bierbaum
    • Edla
    • Entschendorf
    • Perbersdorf bei St. Peter
    • St. Peter am Ottersbach
    • Wiersdorf
    • Wittmannsdorf
  • Sankt Stefan im Rosental mit der Katastralgemeinde
    • Glojach

Änderung der Geflügelpestverordnung in Kraft (Stand: 10.01.2023)

Geflügelpest- Risikogebiete und bisherige Ausbrüche
Geflügelpest- Risikogebiete und bisherige Ausbrüche© AGES

Mit 10. Jänner 2023 ist die am Vortag kundgemachte 1. Novelle 2023 der Geflügelpestverordnung 2007 in Kraft getreten (siehe BGBl. II Nr. 6/2023). Dieser zufolge wurden die in Österreich ausgewiesenen Geflügelpestrisikogebiete angepasst und verschärfte Biosicherheitsmaßnahmen für die Geflügelhaltung angeordnet. Demnach muss Geflügel im gesamten Bundesgebiet durch Netze, Dächer, horizontal angebrachte Gewebe oder andere geeignete Mittel vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt werden. Ist das nicht möglich, muss zumindest die Fütterung und Tränkung nur im Stall oder unter einem Unterstand, der das Zufliegen von Wildvögeln erschwert erfolgen. Dabei ist sicherzustellen, dass das verwendete Futter und Wasser nicht mit Wildvögeln in Berührung kommt. Weiters müssen Ausläufe gegenüber Oberflächengewässern, an denen sich wildlebende Wasservögel aufhalten können, ausbruchssicher abgezäunt sein und Enten und Gänse getrennt von übrigem Geflügel gehalten werden. Zusätzlich müssen in Hochrisikogebieten (auf nebenstehender Karte orange gekennzeichnet) gelegene Betriebe mit mehr als 50 Stück Geflügel ihre Tiere dauerhaft in Stallungen oder in geschlossenen Haltungsvorrichtungen halten. Letztere müssen so ausgeführt sein, dass sie zumindest oben abgedeckt sind und ein Kontakt zu Wildvögeln und deren Kot bestmöglich hintangehalten wird. Ein Kontakt zu wildlebenden Wasservögeln muss dort jedenfalls ausgeschlossen sein.

 Änderung der Geflügelpestverordnung 2007

Stand: 05.01.2023

Aufgrund der Feststellung von Geflügelpest bei zahlreichen Wildvögeln in Niederösterreich und Wien beabsichtigt das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Anfang kommender Woche eine Anpassung der Geflügelpestverordnung vorzunehmen. Das bereits seit ca. einem Jahr ausgewiesene Gebiet mit erhöhtem Geflügelpestrisiko soll zu einem Gebiet mit stark erhöhtem Risiko erklärt werden und die übrigen Landesteile Österreichs zu einem Gebiet mit erhöhtem Risiko.

Das bedeutet, dass Geflügelhalter strenge Biosicherheitsmaßnahmen einhalten müssen. So muss Geflügel im Risikogebiet so gehalten werden, dass kein direkter Kontakt zu Enten und Gänsen möglich ist und dass die Fütterung und Tränkung der Tiere im Stall oder einem Unterstand erfolgt. Weiter muss sichergestellt sein, dass Wildvögel nicht in Kontakt mit dem verwendeten Futter und Wasser kommen.

Im Hochrisikogebiet müssen zudem Betriebe mit mehr als 50 Stück Geflügel diese Tiere im Stall oder unter einer Überdachung halten, sodass ein Kontakt zu Wildvögeln und deren Kot verhindert wird.

Weiters sollten alle Stallungen und Gehege, in denen Geflügel gehalten wird, nur nach gründlicher Reinigung und Desinfektion des Schuhwerks bzw. mit ausschließlich dort verwendeten Überschuhen betreten werden.

Erinnert wird auch an die Verpflichtung, verendet aufgefundene Wasservögel und Raubvögel der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Amtstierärztin/Amtstierarzt) zu melden. Solche Tiere sollen am Fundort belassen werden, eine Bergung und weitere Untersuchung wird von der Behörde veranlasst.

Bei verdächtigen Krankheitserscheinungen (vermehrt Todesfälle, starker Legeleistungsabfall) ist umgehend der Betreuungstierarzt bzw. die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde zu verständigen.

Lagebericht zum Geflügelpestausbruch in Graz-Umgebung: 14.12.2022

Da sich bei den innerhalb von 30 Tagen nach Abschluss der Grobreinigung und ersten Desinfektion des Ausbruchsbetriebs durchgeführten amtlichen Kontrollen von Geflügelbetrieben in der Schutz- und Überwachungszone keine Hinweise auf das Vorliegen der Geflügelpest ergeben haben, wurden diese Zonen per Verordnung der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörden am 12.12.2022 wieder aufgehoben. Auch wenn damit in diesen Gebieten keine Verkehrsbeschränkungen für Geflügel und Geflügelprodukte mehr gelten, sind alle heimischen Geflügelhalter dennoch aufgerufen, entsprechende Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz ihrer Bestände umzusetzen und bei unklaren Gesundheitsproblemen eine tierärztliche Abklärung zu veranlassen.

Lagebericht zum Geflügelpestausbruch in Graz-Umgebung: 25.11.2022

Mit 24.11.2022 konnten die vorgesehene amtliche Überprüfung der insgesamt 195 in den Zonen befindlichen Geflügelbetriebe abgeschlossen werden, wobei bei keiner der durchgeführten Kontrollen ein Hinweis auf eine Infektion weiterer Betriebe festgestellt werden konnte

Lagebericht zum Geflügelpestausbruch in Graz-Umgebung: 18.11.2022

Nach Feststellung der Geflügelpest in einem Hobbybetrieb im politischen Bezirk Graz-Umgebung wurde die für die Aufhebung der verhängten Schutz- und Überwachungszone relevante Grobreinigung und erste Desinfektion des Seuchenbetriebes durch eine beauftragte Spezialfirma am Samstag, dem 12.11.2022 abgeschlossen. Auch die vorgesehene amtliche Überprüfung der in den Zonen befindlichen Geflügelbetriebe ist mittlerweile angelaufen. Bei den 94 bis 17.11.2022 durchgeführten Kontrollen wurden bislang keine Hinweise auf eine Infektion weiterer Betriebe festgestellt. Sollten sich in den nächsten Wochen keine weiteren Geflügelpestausbrüche ereignen, kann die 3 km Schutzzone am 04.12.2022 in die 10 km Überwachungszone eingegliedert und diese am 12.12.2022 aufgehoben werden.

Geflügelpestausbruch in Graz-Umgebung: 10.11.2022

Schutzzone
Schutzzone© FAGP

Nachdem es seit zwei Jahren europaweit Ausbrüche der Geflügelpest gibt und bereits im Vorjahr ein kleiner steirischer Hühnerbetrieb betroffen war, wurde diese Tierseuche am 09.11. 2022 auch in einem Betrieb im politischen Bezirk Graz-Umgebung festgestellt. Bei dem Betrieb handelt es sich um einen Kleinbestand mit ca. 250 Tieren, in dem hobbymäßig verschiedene Rassen von Hühnern, Gänsen und Enten gehalten werden.

Schutz und Überwachungszone

Schutz- und Überwachungszone
Schutz- und Überwachungszone© FAGP

Zur Ursache des Seuchenausbruchs laufen derzeit noch epidemiologische Erhebungen. Als Konsequenz hat die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde den betroffenen Bestand amtlich gesperrt und die schmerzlose Tötung des betroffenen Geflügels veranlasst. Weiters wurden eine Schutzzone im Umkreis von 3 km und eine Überwachungszone im Umkreis von 10 km um den Seuchenbetrieb eingerichtet. Die Überwachungszone betrifft auch Teile des politischen Bezirkes Weiz sowie der Landeshauptstadt Graz.

Im Umkreis von 3 km um den Verdachtsbetrieb befinden sich 144 Geflügelbetriebe mit ca. 11.000 Stück Geflügel. Im Umkreis von 10 km um den Verdachtsbetrieb befinden sich 560 Betriebe mit ca. 47.000 Stück Geflügel.

Maßnahmen in den Zonen

In der Schutz- und Überwachungszone müssen Geflügel haltende Betriebe ihre Tiere durch Stallhaltung oder durch Netze oder Dächer vor einem Kontakt mit Wildvögeln schützen und strenge Biosicherheitsmaßnahmen einhalten.

Unter anderem müssen Tierhalter für geeignete Desinfektionsmaßnahmen an den Zugängen zu den Stallungen sorgen und müssen Aufzeichnungen über alle Personen führen, die den Betrieb besuchen. Weiters besteht die Verpflichtung, Anstiege der Erkrankungs- oder Todesraten bzw. deutliche Produktionsrückgänge unverzüglich der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu melden. Verbringungen zu anderen Betrieben oder zum Schlachthof dürfen nur nach amtstierärztlicher Kontrolle und behördlicher Genehmigung erfolgen und Veranstaltungen mit Geflügel oder anderen Vögeln (z.B. Ausstellungen, Märkte, Brieftaubenbewerbe etc.) sind vorübergehend verboten.

In den nächsten Wochen werden alle Geflügelbetriebe in der Schutzzone und eine Stichprobe der Geflügelbetriebe in der Überwachungszone amtstierärztlich kontrolliert. Sollten dabei keine weiteren Seuchenfälle festgestellt werden, können die Zonen nach der Reinigung und Desinfektion des Ausbruchsbetriebs nach 30 Tagen wieder aufgehoben werden.

Betroffene Gemeinden bzw. Gemeindeteile

Folgende Gemeinden bzw. Gemeindeteile befinden in den ausgewiesenen Schutz- und Überwachungszonen:

Gemeinden in der Schutzzone:

Pol. Bezirk Graz-Umgebung:

o   Kumberg

o   Eggersdorf bei Graz mit den Katastralgemeinden

-  Hart bei Eggersdorf

-  Haselbach

-  Purgstall

 Gemeinden in der Überwachungszone:

Pol. Bezirk Graz-Umgebung:

o   Kainbach bei Graz

o   Sankt Radegund bei Graz

o   Weinitzen

o   Stattegg mit der Katastralgemeinde

-  Stattegg

o   Eggersdorf bei Graz mit den Katastralgemeinden

-  Affenberg

-  Brodersdorf

-  Edelsbach

-  Eggersdorf

-  Höf

-  Präbach

Pol. Bezirk Weiz:

o   Gutenberg-Stenzengreith

o   Mitterdorf an der Raab

o   Mortantsch

o   Ludersdorf-Wilfersdorf mit den Katastralgemeinden

-  Pircha

-  Wilfersdorf

o   Naas mit der Katastralgemeinde

-  Birchbaum

o   Sankt Ruprecht an der Raab mit den Katastralgemeinden

-  Arndorf

-  Dietmannsdorf

-  Fünfing bei St. Ruprecht

-  Grub

-  Neudorf bei St. Ruprecht

-  St. Ruprecht an der Raab

-  Unterfladnitz

-  Wolfsgruben bei St. Ruprecht

o   Weiz mit den Katastralgemeinden

-  Farcha

-  Krottendorf

-  Preding

-  Reggerstätten

-  Weiz 

-      Stadt Graz mit den Katastralgemeinden:

o   Graz Stadt-Fölling

o   Ragnitz

o   Stifting

o   Graz Stadt-Weinitzen

o   Wenisbuch

Meldeverpflichtungen:

Erinnert wird an die bundesweit geltende Verpflichtung, die Haltung von Geflügel der Behörde zu melden und verendet aufgefundene Wasservögel und Greifvögel der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Amtstierärztin/Amtstierarzt) zu melden.

Die Tiere sollen am Fundort belassen werden, die Bergung und weitere Untersuchung wird von der Behörde veranlasst.

Ende der verpflichtenden Stallhaltung (Stand 16.03.2022)

Am 16.03.2022 wurde per Verordnung des Gesundheitsministeriums die Stallpflicht für geflügelhaltende Betriebe mit mehr als 350 Tieren aufgehoben. Allerdings gelten in den Risikogebieten weiterhin verschärfte Biosicherheitsmaßnahmen. So besteht weiterhin für alle Betriebe unter anderem die Verpflichtung, Enten und Gänse von anderem Geflügel zu trennen, das Geflügel vor dem Kontakt mit Wildvögeln zu schützen und die Fütterung und Tränkung der Tiere nur im Stall oder einem Unterstand vorzunehmen, der das Zufliegen von Wildvögeln möglichst verhindert. Details zu den derzeit gültigen Regelungen finden sie unter dem Reiter „FACHBEREICH TIERSEUCHEN".

Weitere Fälle bei Wildvögeln (Stand 10.02.2022)

HPAI-Risikogebiet
HPAI-Risikogebiet© AGES

Der aktuelle Geflügelpest-Seuchenzug ist weiterhin im Gange. Bisher wurde das Virus in der Steiermark bei sieben verendet aufgefundenen Höckerschwänen festgestellt. Betroffen war die Gemeinde Großwilfersdorf im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, aber auch die Gemeinden Gralla und Tillmitsch im Bezirk Leibnitz, sowie die Gemeinde Kalsdorf im Bezirk Graz-Umgebung. Glücklicherweise ereignete sich kein weiterer Ausbruch beim Hausgeflügel. Allerdings wurde das Geflügelpest-Risikogebiet aufgrund von Ausbrüchen in anderen Bundesländern weiter ausgedehnt. Geflügelhalter sind angehalten, ein Einschleppen der Seuche in ihre Betriebe durch verstärkte Biosicherheitsmaßnahmen möglichst zu verhindern. Eventuelle Verdachstfälle sind dem Amtstierarzt zu melden.

 Geflügelpest-Verordnung

Nachweis von Geflügelpest in einem Hobbybetrieb im Bezirk Leibnitz (30. 12. 2021)

Nach dem am Vortag festgestellten Fall von Geflügelpest bei einem verendeten Schwan im Bezirk Hartberg hat die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) am 30.12.2021 auch bei 5 verendeten Hühnern eines Hobby-Betriebs im Bezirk Leibnitz eine Infektion mit dem Geflügelpest-Virus nachgewiesen.
Daher hat die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde den betroffenen Bestand amtlich gesperrt und die schmerzlose Tötung der übrigen 10 Hühner veranlasst. Da es sich um einen Kleinstbestand handelt, der sich im bereits verordneten Risikogebiet befindet, waren keine weiteren Maßnahmen zu treffen.
Die Ursache der Infektion des Bestandes ist noch ungeklärt. Der Tierhalter dürfte die im Risikogebiet geltenden Biosicherheitsmaßnahmen eingehalten haben. Eine Einschleppung über indirekten Kontakt zu Ausscheidungen eines infizierten Wildvogels wird aber vermutet.

Der Fall bestätigt das im Zusammenhang mit dem Wintervogelzug aktuell hohe Infektionsrisiko in Europa und die Notwendigkeit besonderer Vorsicht. Unter anderem sollten alle Stallungen und Gehege, in denen Geflügel gehalten wird, nur nach gründlicher Reinigung und Desinfektion des Schuhwerks bzw. mit ausschließlich dort verwendeter Schutzkleidung und Überschuhen betreten werden.

Meldeverpflichtung

Erinnert wird auch an die Verpflichtung, verendet aufgefundene Wasservögel und Greifvögel der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Amtstierärztin/Amtstierarzt) zu melden. Die Tiere sollen am Fundort belassen werden, die Bergung und weitere Untersuchung wird von der Behörde veranlasst.

Erweiterung des Risikogebietes nach positivem Befund bei einem verendeten Schwan (Stand: 30.12.2021)

HPAI-Risikogebiet
HPAI-Risikogebiet© AGES

Bereits Ende November 2021 wurden zahlreiche Regionen in Österreich, u.a. auch in der Steiermark als Geflügelpest-Risikogebiet ausgewiesen. In der Folge wurde das Vogelgrippe-Virus bei mehreren verendeten Wildvögeln, insbesondere Schwänen, in Niederösterreich und Wien festgestellt. Am 29. Dezember 2021 ergab die Untersuchung eines in der Gemeinde Großwilfersdorf, Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, verendet aufgefundenen Schwans ebenfalls den Nachweis dieser Erkrankung. Da sich der Fundort außerhalb des bisher ausgewiesenen Risikogebietes befindet, musste die diesbezügliche Verordnung des Gesundheitsministeriums angepasst werden. Neu aufgenommen wurden der gesamte Bezirk Hartberg Fürstenfeld sowie die Gemeinden Puch bei Weiz, Sinabelkirchen, Gersdorf an der Feistritz, Ilztal und Pischelsdorf am Kulm des Bezirkes Weiz. Damit gelten auch dort für alle Geflügelbestände die Maßnahmen der Geflügelpestverordnung zur Verhinderung einer Übertragung des Virus auf Hausgeflügel. Dazu zählen unter anderem die Stallhaltungspflicht für Bestände mit mehr als 350 Stück Geflügel sowie die Verpflichtung, Enten und Gänsen in gemischten Betrieben von übrigen Geflügel getrennt zu halten. Auch Klein- und Hobbybetriebe im Risikogebiet müssen Vorsichtmaßnahmen treffen und die Tiere durch Netze, Dächer oder Planen vor einem Kontakt mit Wildvögeln schützen. Zumindest sind sie im Stall bzw. unter einem geschützten Unterstand zu füttern und zu tränken.

 Steirische Gemeinden im HPAI-Risikogebiet

Ausweisung von Risikogebieten (Stand: 26.11.2021)

HPAI-Risikogebiet
HPAI-Risikogebiet© AGES

Europaweit sind zuletzt gehäuft Vogelgrippe-Infektionen bei Wildvögeln und Hausgeflügel nachgewiesen worden. Am 25. November 2021 wurde in einer kleinen Hühnerhaltung in Fischamend (Niederösterreich) ein Fall von Vogelgrippe (Geflügelpest) festgestellt.

Risikogebiete auch in der Steiermark

Aufgrund des aktuellen Seuchenfalles hat das Gesundheitsministerium mit Wirkung vom 25.11.2021 für die meisten Bundesländer Gebiete ausgewiesen, in denen aufgrund eines erhöhten Vogelgrippe-Risikos Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen.

Maßnahmen im Risikogebiet

Gemäß der Geflügelpest-Verordnung gelten für alle geflügelhaltenden Betriebe im Risikogebiet folgende Vorschriften:

  • Das zur Versorgung der Tiere verwendete Wasser darf nicht aus Teichen oder aus Sammelbecken für Oberflächenwasser stammen.
  • Transportmittel, Ladeplätze und Gerätschaften, die bei Geflügel verwendet werden, müssen besonders sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden.
  • Ein Abfall der Futter- und Wasseraufnahme (um mehr als 20%) oder der Legeleistung (um mehr als 5% für mehr als 2 Tage) oder vermehrte Todesfälle (mehr als 3% in einer Woche) sind sofort dem Veterinärreferat der zuständigen BH zu melden.

Für geflügelhaltende Betriebe mit mehr als 350 Tieren gelten zusätzlich folgende Vorschriften

  • Geflügel und andere gehaltene Vögel müssen dauerhaft in Stallungen oder in Haltungsvorrichtungen untergebracht werden, die zumindest oben abgedeckt sind, dass bei der Fütterung und Tränkung ein Kontakt zu Wildvögeln und deren Kot verhindert wird.  

Für geflügelhaltende Betriebe mit weniger als 350 Tieren gelten zusätzlich folgende Vorschriften

  • Die Tiere müssen durch Netze, Dächer oder Planen vor einem Kontakt mit Wildvögeln geschützt oder im Stall bzw. unter einem Unterstand gefüttert und getränkt werden. Dabei muss der Unterstand so ausgeführt sein, dass Wildvögel nicht in Kontakt mit dem Futter und Wasser kommen können.
  • Ausläufe gegen Teiche und andere Oberflächengewässer müssen ausbruchssicher abgezäunt sein.

Schutzmaßnahmen

Alle Geflügelhalter, insbesondere jene in der Nähe von Freigewässern, werden auf die aktuell erhöhte Gefahrenlage hingewiesen, Es wird dringend ersucht, wichtige Biosicherheitsmaßnahmen (z.B. Stiefel- und Kleidungswechsel beim Betreten des Stalles, getrennte Aufstallung von Wassergeflügel und sonstigem Geflügel) einzuhalten.

Meldepflicht für verendete Wasser- und Raubvögel

Erinnert wird an die österreichweite Meldepflicht von verendet aufgefundenen Wasservögeln und Raubvögeln. Solche Tiere sollen am Fundort belassen und der zuständige Amtstierarzt/die zuständige Amtstierärztin verständigt werden.

Weitere Informationen

 FAQs zur Geflügelpest

 Homepage AGES

 Homepage KVG


Die Vogelgrippe (Geflügelpest oder Aviäre Influenza) ist eine Erkrankung von Vögeln durch Influenzaviren, die in unterschiedlichen Ausformungen und Typen auftreten können. Sie kann alle Geflügelarten befallen, am schwersten erkranken Hühner und Puten. Stark krankheitserregende Virustypen (HPAI - Highly Pathogenic Avian Influenza) führen zu deutlichen Krankheitszeichen (Mattigkeit, verringerte Futter- und Wasseraufnahme, Atemnot, Schwellungen und Blutungen an Kamm und Kehllappen) und verursachen innerhalb weniger Tage hohe Verluste im Bestand. Daher wird die Erkrankung bei Hausgeflügel auch als Geflügelpest bezeichnet.

Influenzaviren zirkulieren in den Wildvogelpopulationen. Durch den derzeitigen Herbstzug der Zugvögel kommt es europaweit zur Verbreitung des Virus. Bei der Weiterverbreitung spielen auch heimische Wildvögel, besonders Enten, Gänse und Schwäne, eine Rolle.

Das Virus wird mit Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit ausgeschieden und verbreitet. Bei starker Staubentwicklung ist auch die indirekte Ansteckung über die Luft möglich.

Keine Übertragbarkeit auf Menschen

Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) besteht keine Gefahr für den Menschen und es erfolgt keine Übertragung durch Lebensmittel.

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