Eutergesundheitsdienst
Viertelgemelksproben mit bakteriologischer Untersuchung und Antibiogramm
Zielgerichtet gegen Mastitis - Diagnostik auf dem Punkt
Das Land Steiermark stellt den Milchviehbetrieben mit seinem Labor in Graz eine kostenlose Diagnostik zur Eutergesundheit zur Verfügung - eine besonders wertvolle Unterstützung für die Bäuerinnen und Bauern bei der gezielten Bekämpfung von Eutererkrankungen.
Im Jahr 2025 wurden vom steirischen Eutergesundheitsdienst rund 17.000 Viertelgemelksproben untersucht. Diese Analysen liefern wertvolle Informationen zur Eutergesundheit - vorausgesetzt, die Proben werden korrekt entnommen und übermittelt.
Damit alle Beteiligten erfolgreich arbeiten können, seien einige entscheidende Punkte angeführt:
- Schalmtest durchführen - Ergebnis am Belgleitschein eintragen
- Saubere Probennahme (sorgfältige Zitzenreinigung, Abmelken der ersten Milchstrahlen in Vormelkbecher, Zitzendesinfektion abgewandte Zitzenkuppe zuerst desinfizieren und zuletzt beproben, Probenröhrchen fast waagrecht halten, Verschluss und Beschriftung der Röhrchen, kühle Lagerung (Proben unmittelbar nach der Entnahme auf 2-6°C abkühlen und bis hin zur Abholung gekühlt lagern!)
- Ausreichende Probenmenge (mindestens zwei Drittel des Proberöhrchens befüllen)
- Korrekte Beschriftung Proberöhrchen und Begleitschreiben
- Vollständiges Ausfüllen des Probenbegleitschreibens (das ist besonders wichtig, damit das Labor den Hintergrund kennt; Ohrmarke der Kuh vollständig angeben; Grund der Probeneinsendung möglichst genau angeben, z.B. akute Mastitis, Kontrolluntersuchung etc.; optimal ist auch, den DSCC-Wert (Zellzahldifferenzierung) der letzten LKV-Kontrolle anzugeben)
- Günstige Tage der Einsendung: Sonntag bis Mittwoch
Probennahmesets erhalten Sie über die Kontrollorgane des LKV Steiermark bzw. liegen auf den beiden Vermarktungsstandorten in Greinbach und Traboch auf und können z.B. bei Versteigerungen mitgenommen werden. Weiters können die Sets über den Betreuungstierarzt oder direkt im Veterinärlabor angefordert werden.
Kein Erregernachweis - was kann der Grund sein?
Selbst bei sorgfältiger Durchführung kann es vorkommen, dass kein erwartetes Ergebnis vorliegt. Mögliche Gründe hierfür sind:
- Der Erreger wird zum Zeitpunkt der Probennahme nicht in ausreichender Menge ausgeschieden.
- Der Erreger ist zwar im Euter vorhanden, kann aber aufgrund körpereigener Abwehrmechanismen nicht nachgewiesen werden.
- Eine vorangegangene Behandlung verhindert den Nachweis.
- Der Erreger ist mit den Standardmethoden nicht erfassbar.
- Die Ursache liegt nicht in einer bakteriellen Infektion.
- Die Probennahme war nicht sauber genug, wodurch das Ergebnis verfälscht wurde.
Vereinzelte Rückmeldungen von LandwirtInnen hinsichtlich der Auswertbarkeit der Proben oder anderer Erwartungen hat das Veterinärreferat des Landes zum Anlass genommen, den gesamten Ablauf - von der Probensammlung bis zur Befundübermittlung - kritisch zu prüfen und gezielt zu verbessern.


Noch Fragen?
Bei Unsicherheiten oder unklaren Ergebnissen steht das Team der Labordiagnostik gerne zur Verfügung. Zögert nicht, Kontakt aufzunehmen - sie unterstützen kompetent und individuell.
Ansprechpartner:
Dr. Peter Pless
Tel.: +43 (316) 877-3581
Mag. Gudrun Schneebacher
Tel.: +43 (316) 877-3367
